Bahnstadt Heidelberg

Das Konzept Bahnstadt Heidelberg auf dem historischen Bahndamm verlangt hier ein städtebauliches Kontinuum,eine räumlich lineare Prägung. Dazu haben wir eine Art städtebaulicher Schrift entworfen.

Die erdgeschossige, transparent gehaltene Bebauung wird von uns als baulicher Gleiskörper interpretiert. Die Gleise nehmen publikumsintensive Nutzungen wie z.B. Läden, Arztpraxen, Apotheken &c. auf und bilden einen städtebaulichen Innenraum. Einzelne pavillonartige Bauten stehen hier im Wechsel mit offenen und überdachten Höfen oder mit Plätzen und Durchwegungen und gliedern den Raum zusätzlich.
Wie Bahnschwellen (nur oben drüber) liegen fast schwebend die einzelnen Büro- und Wohnhäuser in Ost-West-Richtung über dieser Gleisstruktur. Es ergibt sich eine in der Höhe gestaffelte rhythmische Reihung, die wichtige städtebauliche Kanten und Achsen aufnimmt.
Die östlichen und westlichen Ränder der Büro- und Wohnhäuser werden mit drei Geschossen bewusst niedriger gehalten, um zum Landschaftsraum wie zum Stadtraum hin zu vermitteln. Während die mittleren Riegel in der Höhe variieren, springen die niedrigeren Randriegel fast spielerisch in Nord-Süd-Richtung.

Die Gebäude stehen auf einer ehemaligen Gleisanlage. Das Thema der Linearität wird hier erneut aufgenommen und landschaftlich interpretiert: Alte Gleislinien werden durch die Gebäude verändert und aufgelöst. Es entsteht eine neue, weiche zur Bebauung gegenläufige Struktur – die Gleislinien werden zur Landschaft. Ein Belagsband aus mäandrierenden Bändern fließt unter den Gebäuden hindurch. Durch die fließenden Formen wird das übergeordnete Grünkonzept mit Terrassen, Angern und Streifräumen eingeflochten. Auf Gleisanlagen entwickelt sich die Vegetation spontan und locker. Daher wird in diesem Abschnitt bewusst auf starre Großformen verzichtet. Das Baumkonzept ist locker und flexibel. Der Übergang in die Landschaft ist fließend.