Anerkennung: Wettbewerb S4 Kaiserslautern

LEITIDEE
Nicht nur der Abriss des Bestandsgebäudes steht für einen Neustart in der Innenstadt von Kaiserslautern, vor allem der Neubau geht mit seinen zwei Gesichtern auf die Entwicklung der Innenstadt in den letzten Jahrzehnten ein. Der Bau respektiert die umgebende Bausubstanz und verhält sich zum öffentlichen Raum rücksichtsvoll und unaufgeregt. Die Putzfassade kaschiert die für den Innenstadtraum untypische Holzbaukonstruktion des Gebäudes. Der von der Straße abgewandte Baukörper zeigt selbstbewusst seinen zeitgenössischen Charakter und präsentiert den Holzbau in voller Gestalt. Die hölzerne Anmutung, verleiht dem Gebäude einen sympathischen Charakter der sich im Inneren des Blocks als neues aber angenehmes Element zeigt. Durch seine Positionierung zeigt er auch Wege auf, in welcher Weise der Block in Zukunft auf den Nachbargrundstücken weiterentwickelt werden könnte. Die Holzbauweise und die damit verbunden kurze Bauzeit, wirkt sich positiv auf das Wohnklima in der näheren Umgebung aus, da sich Belästigungen durch Schmutz und Lärm während der Bauzeit stark verringern lassen.

STADTBAUSTEIN
Die durch den Abriss entstehende Lücke wird zunächst, durch einen den Blockrand schließenden Stadtbaustein geschlossen.

SOCKEL
Das Fundament des Holzbaus bildet, ein Sockel aus Beton, der die Hülle für die Tiefgarage bildet. Das so entstehende Hochpaterre bildet gleichzeitig die Grenze zur Stadt und formuliert die Übergänge ohne dabei hermetische Mauern zu bilden.

SUBSTRAKTION
Da das Grundstück durch eine nicht bebaubare Privatstraße begrenzt wird, die den historischen Verlauf der Richard-Wagner-Straße aufnimmt, lässt sich der Block (Staubörnchen-, Richard-Wagner-, Fackelwoog- und Humboldstraße) nicht städtebaulich schließen. Durch Substraktionen am Stadtbaustein entsteht ein Gelenk, dass sowohl dem heute als Großform erkennbaren Blockrand, aber auch dem historischen Stadtgrundriss gerecht wird.

 

Für unseren Beitrag zum Wettbewerb S4 Kaiserslautern haben wir eine Anerkennung erhalten.

SERIALIESIERUNG
Durch die konsequente Einteilung der Fassade in ein Raster von 62.5 cm lässt sich der Bauprozess mit vorgefertigten, modularen Wand- und Fassadenkonstruktionen effizient gestalten. Das Bauen in Serie bietet ein Potenzial, kostengünstige, stark rationalisierte Planungs- und Errichtungsprozesse mit einer hohen individuellen Architekturqualität zu verbinden.
Die Hölzernen Klappläden im Baukörper an der Staubörnchenstraße unterstreichen die Thematik der zwei Gesichter des Baus, sind sie geschlossen, fügt sich Ihre weiß gestrichene Außenseite in die Putzfassade ein. Sind sie hingegen geöffnet, zeigt sich ihre naturbelassene Innenseite und wandelt somit den Charakter des Gesamten Gebäudes, sollten einmal alle Läden geöffnet sein, wirkt es fast so als habe das Gebäude eine gänzlich hölzerne Fassade.